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Kleine Zeitung

am 24. Jänner 2009

Wenn die Gießkanne singt

Achtung – die Grazer Floraphoniker zeigen, wie man auch mit Rechen, Sichel, Gießkanne, Gartenzaun & Handschuhen tolle Musik macht.

„Egal, ob auf dem Rübenacker oder auf einer Bühne, bei uns geht es ruckzuck und wir spielen schon“, erzählt Jo List von den Floraphonikern, Österreichs – oder gar Europas? – einziger Gartengeräte-Band.

Ihr Erfolgsrezept: „Wir sind mit vier Scheibtruhen unterwegs, darin ist das ganze technische Equipment aufgebaut. In drei Minuten sind wir einsatzbereit und können loslegen.“ Wie gestern – und das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen, so skurril ist es – als Mitternachtseinlage beim Ball der Simmeringer Friedhofsgärtner.

Floraphoniker in Graz 2009

Jo List, Joe Hofbauer, Wolfgang Hoffelner und Roland Taberhofer heißen die Floraphoniker aus Graz. Seit drei Jahren treten die (Ex-)Gärtner mit Gesang und Eigenbau-Instrumenten wie Zinkwannenbass, Schlauchtrompete, Gartenzaunophon, Laubrechen und Gartenhandschuhen auf. Entstanden ist ihre Musik aus der spielerischen Idee, mit ganz normalen Gartengeräten Musik zu machen. Nach einer langen Experementierphase spielen sie nun – was sonst? – blumige Immergrüns mit eigenen Texten im steirischen Dialekt. „Bei uns steckt auch ein bissl ein grüner Gedanke dahinter, so heißt der Schlager ‚La Bamba‘ bei uns ‚In der Pampa‘. Damit sind wir aber auch regional begrenzt“, lächelt Floraphoniker List, der mit dem Trompeter der Truppe seit 22 Jahren auch als Artistik- und Performancegruppe „Sputniks“ auftritt. Dazu sein Partner Joe Hofbauer: „Nach dem langjährigen Studium der Schlauch-Trompete hab‘ ich die Physik der Schläuche verfeinert, so ist ein Instrument entstanden, das mir gestattet, meinen Gefühlen Klang zu verleihen.“

„Unsere Musik klingt so gut, dass uns die Leute fragen, wie wir das mit den Bandeinspielungen machen“, freuen sich die Floraphoniker, die zumeist in Nieder- und Oberösterreich gastieren.

Die Vier beweisen, dass mit ein bisschen Phantasie aus eintöniger Gartenarbeit eine ganz klangvolle Symphonie erwachsen kann:“Man glaubt es kaum, wie viele Töne in unseren Gartenwerkzeugen schlummern.“